Was ist eine Silopresse ohne Siloschlauch?

 

Die ersten Folien für den Siloschlauch wurden von der Firma Polydress entwickelt. Der erste weiße Siloschlauch wurde 1970 produziert. Der Siloschlauch von damals musste noch per Hand abgerollt und mit viel Mühe auf die Maschine geschoben werden. Anfänglich gab es große Probleme mit dem Siloschlauch. Viele Siloschläuche platzten. Heute wird jeder Siloschlauch maschinell gefaltet. Die Qualitätsansprüche an den Siloschlauch sind heute enorm hoch. Der Siloschlauch muss extrem dehn-, durchstoß- und reißfest sein. Schon damals wurde festgestellt, dass man im Siloschlauch hochwertige Silagen herstellen kann. Mit dem Siloschlauch kann man den Bau von Hoch- und Fahrsilos ersetzen. Der Siloschlauch wurde ursprünglich zur Einlagerung von Grüngut entwickelt. Die ersten Futtermittel, die in Deutschland in den Siloschlauch verpresst wurden, waren Mais und Pressschnitzel.
Heute werden im Siloschlauch die Hälfte aller Pressschnitzel und große Anteile der Mais- und Anwelksilagen gelagert. Auch andere Futtermittel wie Luzerne, CCM, LKS, Körnermais, Biertreber u.a. werden in den Siloschlauch gepresst.
Vergleichsweise neu ist die Kombination der Siloschlauchs mit dem Mahlen und Konservieren von Feuchtgetreide und Feuchtmais. Nacherwärmungen des Futters können im Siloschlauch weitestgehend ausgeschlossen werden. Die kleine Anschnittfläche des Siloschlauches ermöglicht in der Regel einen ausreichend hohen Vorschub. Es besteht beim Siloschlauch die Möglichkeit, verschieden große Anschnittflächen durch verschieden große Maschinentunnel zu produzieren. Mit dem Siloschlauch ist man also in der Lage, genau auf die Bedürfnisse des Kunden - dessen tägliche Entnahmemenge - einzugehen. Das ist ein entscheidender Vorteil des Siloschlauches. Dichtemessungen haben ergeben, dass im Siloschlauch Verdichtungen im vergleichbaren Niveau zu Fahrsilos erreicht werden. Im Siloschlauch ist die Verdichtung im Kern im Vergleich zu den Rand- und Oberflächenbereichen etwas höher. Damit unterscheidet sich die Siloschlauch jedoch nicht von den Fahrsilos. Auch trockenes Getreide, Salz, Düngemittel usw. werden heute im Siloschlauch gelagert. Wie bei den Fahrsilos, muss man auch beim Siloschlauch den Schutz der Folie vor Beschädigungen garantieren. Lufteintritt in den Siloschlauch muss verhindert werden. Die Entnahmemöglichkeiten aus dem Siloschlauch sind vielfältig. Der Siloschlauch ist effizient, flexibel und umweltgerecht. Bei der Ablage des Siloschlauches ist man sehr flexibel. Oft ungenutzte, befestigte Flächen können zur Ablage des Siloschlauches genutzt werden. Die Ablagefläche für den Siloschlauch muss nicht versiegelt oder aus Beton sein. Mittlerweile wird der Siloschlauch auch zur Kompostierung von organischem Material genutzt. Die Reste des Siloschlauches werden recycelt. Der Siloschlauch ist in einigen Regionen noch wenig verbreitet. Das liegt vor allem daran, dass es immer noch zu wenig Informationen über die Siloschlauch gibt. Publikationen, Forschungen und Teilnahme an kleinen und großen Ausstellungen und Messen sollen helfen, den Siloschlauch bekannter zu machen.